Halbmarathon✔️

Am letzten Sonntag war es endlich soweit: Ich habe den ersten Halbmarathon seit der Geburt von Lily Rose unter die Füsse genommen. Dafür habe ich mich die letzten beiden Monate konsequent vorbereitet, mit dem Ziel unter 1:30h ins Ziel zu laufen. Obwohl ich mein Ziel um etwas mehr als eine Minute verpasste, war die Halbmarathonparty in London mein bisheriges Rennhighlight auf der Insel. Aber alles der Reihe nach…

Mit meiner #Schweizersuperpünktlichkeit bin ich bereits 1.5 Stunden vor dem Rennen auf dem Wettkampfgelände eingetrudelt, was auch seinen Vorteil hat: Die Auswahl der Toiletten ist noch (!) gross. Eine Stunde später war die Schlange lang, sehr lang und bereits etwas die englische Höflichkeit verinnerlicht, stehe ich brav hinten an und dränge nicht vor. Was mich dann auch dazu bewegt hat, bereits eine halbe Stunde vor dem Rennen beim Start einzustehen, um in der Nähe des 1:30 Pacemakers zu sein. Aus den 30 Minuten herumstehen, nervös am Fleck traben, Schuhe erneut binden, einen „Vorstartgel“ verdrücken und zig Mal die Stoppuhr kontrollieren, wurden dann plötzlich 45 Minuten. Ich weiss nicht weshalb, aber der Startschuss fiel 15 Minuten später. Ja gut, dachte ich mir, das gibt meiner Familie mehr Zeit, vom Norden Londons in den Osten der Stadt zu reisen. Na ja, denkste…

Als dann die Masse endlich in Bewegung kommt, und zwar alle 12’000 auf einmal, bestand für mich nie die Gefahr, zu schnell loszulegen. Es war unmöglich: links und rechts, vorne und hinten, einfach überall Läufer. Dafür verflogen die ersten sieben Kilometer; und die 1:30h Pacemaker-Flagge hatte ich auch noch im Blickfeld. Während den folgenden Kilometern bestaunte ich neue Ecken in London und plante gedanklich bereits einige Sonntagsausflüge.

Genau in der Hälfte kam dann die erste Krise, die Pacemaker rückten etwas weiter in die Ferne und die Hitze wurde mehr und mehr spürbar; es war der bisher wärmste Tag in London in diesem Jahr. Als Folge wurden die Beine etwas schwerer und einige negative Gedanken kamen auf. Die Hoffnung: ein Gel – neue Energie und Gedankenablenkung. So einige Kollapse am Streckenrand von anderen Teilnehmenden mahnten mich aber auch. Ich drosselte etwas das Tempo und sagte mir immer wieder: Du bist zum Genuss hier und nicht, um zu leiden.

Bei Kilometer 16 hellte sich meine Stimmung definitiv wieder auf: Einerseits erwartete ich bald meine Familie und andererseits waren es doch nur noch 5km bis ins Ziel. Und dann Gänsehaut pur: Nein, nicht meine Tochter, sondern die Zuschauer! Ein kleiner Anstieg, zwei Routenmöglichkeiten, überall Zuschauer, sogar auf kleinen Tribünen tanzend zu Musik – wow, ich wurde von der Masse getragen und erhielt eine extra Portion Motivation.

Nach dem Olympiastadion sanken meine Hoffnung, meine Liebsten am Streckenrand zu sehen. Diese kämpften sich mit aller Mühe durch die Masse und halfen einem bewusstlosen Läufer, wie ich später erfuhr. Ok, absolutes Verständnis und meine Enttäuschung war nur von kurzer Dauer, kam doch das Ziel immer näher. Für den Zieleinlauf konnte ich nochmals alle Energie mobilisieren und spurten. Yay, geschafft!!!

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Ich liebe das „Nachwettkampfgefühl“: Die körperliche Müdigkeit und eine leise Zufriedenheit stellen sich ein. Gemäss der Stimmung im Zielgelände geht es vielen so, ich gesellte mich zur Masse und genoss es. Nach einer Stunde habe ich auch endlich meine „Fans“ gefunden: Das Wiedersehen wunderschön und als Abschluss eines tollen Events gab es dann den wohlverdienten Cappuccino mit einem Lachsbagel und vielen Cuddles mit Lily Rose in einem schönen Café in Hackney. Bitte bald wieder…

Hackney_Run

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