Nicola Spirig im Interview mit ★sportymum – Teil 2

Der Mutterschaftsurlaub in der Schweiz dauert nur 14 Wochen; wie sieht es aber aus, wenn Mami Spitzensportlerin ist? Kann sie sich 14 Wochen von ihrem Job fernhalten, wenn sie im selben Jahr bereits wieder an Wettkämpfen teilnehmen will? Nicola Spirig hat gezeigt, wie ein optimaler Wiedereinstieg als Mami im Spitzensport aussieht: Ein halbes Jahr nach der Geburt ihres Sohnes gewann sie einen Triathlon Weltcup und feierte im Folgejahr den Gewinn der Europameisterschaften im Triathlon, debütierte im Ironman mit einem Sieg und lief an den Europameisterschaften im Marathon.

Nicola Spirig blickt nochmals zurück und beantwortet ★sportymum im zweiten Teil des Interviews Fragen rund um Sport nach der Geburt und wie sie sich als Mami organisiert (Teil 1 des Interviews kann hier nachgelesen werden).

★sportymum wünscht Nicola Spirig eine gute Vorbereitungszeit für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro sowie einen erfolgreichen und gesunden Wettkampf und drückt ihr von London aus ganz fest die Daumen.

Wie sah Ihr Sportprogramm nach der Geburt aus? Worauf muss Frau besonders achten?

Ich habe ziemlich vorsichtig wieder angefangen. Ich bin mehrere Wochen nur spazieren gegangen, habe dann auf dem Stepper wieder angefangen. Und habe natürlich die üblichen Rückbildungsübungen gemacht.

Ich glaube es ist gut, wenn man sich und dem Körper etwas Zeit lässt nach der Geburt, um sich an die Umstellung zu gewöhnen. Danach kam die Form aber schnell wieder zurück. 

Welchen Herausforderungen durften/dürfen Sie sich als Leistungssportlerin mit einem Baby/Kleinkind stellen?

Bei mir gab es psychische und physische Veränderungen. Mein Körper scheint nach der Geburt etwas muskulöser geworden zu sein und ich bewältige gewisse Trainings sogar besser. Dafür ist die zeitliche Belastung mit Familie natürlich grösser und ich muss viel flexibler sein. Die Familie hat nun erste Priorität, das Training richtet sich nach ihren Ansprüchen. Gerade weil die Familie Priorität hat und der Sport nicht mehr an erster Stelle steht, ändert sich natürlich auch die Mentalität und es fragt sich, ob man noch dieselbe Motivation hat, Wettkämpfe zu bestreiten und intensiv zu trainieren.

Für mich persönlich war Sport immer noch eine Leidenschaft und ich trainierte immer noch gerne. Ich nahm das Ganze aber etwas lockerer, was eigentlich positiv ist. Schlechte Trainings oder Rennen sind viel einfacher zu bewältigen, weil sich die Perspektive geändert hat und es mit der Familie etwas viel Wichtigeres im Leben gibt. 

Gibt es etwas, was Sie heute anders machen würden bezüglich Sport und Schwangerschaft?

Nein, ich bin sehr glücklich damit, wie alles gelaufen ist. Als ich schwanger wurde, konnte ich schon auf eine grossartige Karriere und einen Olympiasieg zurückblicken und hätte keine Probleme gehabt, in diesem Moment meine Karriere zu beenden. Ich fühle mich jedoch sehr privilegiert, dass ich mit viel Hilfe Familie und Sport nun unter einen Hut bringen kann und weiterhin meiner Passion nachgehen kann. 

Welchen Tipp geben Sie werdenden Müttern im Zusammenhang mit Sport während und nach der Schwangerschaft?

Meiner Erfahrung nach ist Sport sehr positiv und hilft während und nach der Schwangerschaft. Man solle aber unbedingt auf seinen Körper hören, denn jede Frau erlebt Schwangerschaft und Geburt anders und es kann einem niemand sagen, wie man sich persönlich dabei fühlt oder was genau gut für einen ist. 

Fragen: Stefanie Meyer www.sportymum.net

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