Sport im Alltag mit zwei Kindern

Während der zweiten Schwangerschaft habe ich mich oft gefragt, ob ich wohl weiterhin so aktiv bleibe als Zweifachmama. Mein Fazit nach sechs Monaten: Bewegung und Sport sind kleine Inseln in meinem Alltag, die mir Energie geben. Und DIE brauche ich definitiv, denn die letzten sechs Monate waren auch sehr intensiv; in vielerlei Hinsicht. Hier gibt es einen Rückblick sowie ein aktuelles Update inklusive ein paar von mir erprobte Tipps für Sport im Alltag mit zwei Kindern (ganz unten im Beitrag).

Wandern

Während ich das hier tippe (Anmerkung: liegt nun schon zwei Wochen zurück, Workingmumlife und so), verbringt mein kleiner Baby Boy die ersten Stunden in der Kita – ohne mich! Die letzten sechs Monate war ich bis auf einige Sporteinheiten, einen Coaching Day und drei Dates mit meinem Mann ganz selten ohne den Kleinen. Und daran muss ich mich wohl erst wieder gewöhnen. Auch beim zweiten Mal Kitaeingewöhnung fahren meine Emotionen Achterbahn. Vielleicht noch mehr als bei meiner Grossen – weil ich mehr Mama bin?!? Einerseits freue ich mich sehr, wieder zu arbeiten und ich weiss auch, dass ich DAS will. Andererseits bin ich Zuhause in einer Wohnung, wo es aussergewöhnlich ruhig ist und es sich irgendwie leer anfühlt ohne Kinder. Was sich auf meine Stimmung überträgt. Eine Runde Sport hilft bestimmt, meine Gedanken etwas zu ordnen. Denn eigentlich wünsche ich mir ja genau oft nichts mehr, als einfach Mal viel Zeit für eine Sporteinheit zu haben.

Neue Mamarolle

BabyBoy

Eine Radausfahrt später bin ich zurück, konnte meine Gedanken etwas ordnen und weiss auch, was ich hier eigentlich teilen wollte. Sport gehört auch dazu, aber heute geht es auch um Mamagedanken. Bereits ein paar Mal habe ich in letzter Zeit die Frage gehört: Wie schaffst du das eigentlich alles – zwei kleine Kinder, Alltag und Sport? Um hier Mal klarzustellen: Es ist auch bei uns Zuhause nicht immer easypeasy. Oft teilt man auf Social Media Momentaufnahmen, was bei mir oft Bilder in Bewegung sind. Da fühle ich mich meistens besonders gut – und strahle das wohl auch aus. Aber auch ich bin einfach eine Mama mit zwei kleinen Kindern, wo das alltägliche Chaos ganz oft Überhand nimmt.

Und ja, ich finde die neue Rolle als Zweifachmama eine grosse Veränderung. Punkt. Einen tollen Artikel dazu gibt es übrigens bei anyworkingmom. Bei Veränderungen brauche ich generell viel Zeit, um mich wieder zurechtzufinden. So habe ich bei meiner Grossen dazumal Zeit gebraucht, überhaupt in die Mamarolle hineinzuwachsen. Mit dem zweiten Kind haben sich zu den alten neue Herausforderungen dazugesellt: Das Wochenbett mit Erholung von der nicht ganz einfachen Geburt; zu Beginn wieder ganz viel Entschleunigung; das Non-Stop gebraucht werden von mindestens einem der Kinder; beiden Kindern gerecht werden; Nächte mit wenig Schlaf; Haushalt und noch einiges mehr. Es scheint oft pausenlos. Mein Mann hat es einige Wochen nach der Geburt des Baby Boys bildlich Mal sehr passend zusammengefasst:

„Es ist, als ob man beim Leiterlispiel wieder auf den Start zurückfällt.“

Und da gebe ich ihm recht. In meinem Freundeskreis gibt es zwar diejenigen, die sagen, dass die Veränderung mit dem zweiten Kind deutlich weniger ist als mit dem ersten. Man wisse ja bereits, wie es läuft und ist bei vielem entspannter. Jein. Meine eigene Erfahrung schüttelt hier etwas den Kopf: Obwohl der Kleine ein sehr zufriedenes Baby ist und ich vieles sehr viel entspannter angehe, waren die letzten Monate dennoch intensiv. Teilweise auch anstrengend. Aber ich mag das Wort irgendwie nicht, weil es für mich negativ behaftet ist. Denn ich habe diesen sechsmonatigen Mutterschaftsurlaub mit meinen beiden Kindern sehr genossen und soweit es geht, für später konserviert. Und inzwischen sind wir als vierköpfige Familie etwas eingespielt und wohl wieder ein paar Felder vorgerückt beim Leiterlispiel. Zeit also für die nächste Herausforderung: Den Alltag als #Workingmumoftwo zu jonglieren.

Bewegung tut gut

WandernIII

Bleibt mit zwei Kindern überhaupt noch Zeit für Training? Weil der Sport mir meistens sehr viel Energie gibt, welche ich dann tatsächlich auch meiner Familie zurückgeben kann, war er auch die letzten Monate ein wichtiger Begleiter. Nach wie vor führe ich das SPORTTAGEBUCH POSTPARTUM und gebe dort einen Einblick in meinen sportlichen Alltag. Nächstes Wochenende starte ich an einem „kurzen“ (kurz??? Ja, die Ansichten ändern sich!) Duathlon (10km Laufen – 50 km Rennrad – 5km Laufen). Diesbezüglich habe ich keine Ambitionen, ich habe einfach Lust, mich Mal wieder auf Wettkampfatmosphäre einzulassen.

Mit Kindern ist man dauernd in Bewegung und sitzt selten still. Dennoch nehme ich mir bewusst immer wieder Zeit für kurze Sporteinheiten, manchmal mit meinen Kindern, manchmal ohne. Wenn ich mit den Kindern sportlich unterwegs bin, habe ich nicht den Anspruch, ein Training von A bis Z durchzuziehen. Dafür sind die Trainingseinheiten, welche ich alleine mache, qualitativ meistens sehr gut und ich nutze sie auch als kleine Auszeit zum Auftanken für mich selber. Hier gibt es ein paar Tipps, welche mir die letzten paar Monate geholfen haben, etwas sportliche Aktivität in meinen Alltag mit zwei kleinen Kindern einzubauen. Wahrscheinlich braucht es dann nach ein paar Monaten als #Workingmumoftwo ein Update. Nach wie vor gilt aber #KEEPONMOVING. Und zwar in jeglicher Hinsicht…

Tipps für einen sportlichen Mamaalltag

Laufen_Kinderwagen

★Gemeinsame Bewegung mit Kind(ern)

Wenn immer es geht, bin ich zu Fuss unterwegs und lege so auch viele Alltagswege zurück. Mit einem Baby war das dazumal noch relativ einfach, auf diese Weise sehr viel Bewegung reinzubringen. Sie war im Wagen oder im Tragtuch und ich bin zügig gelaufen. Die Grosse will jetzt selber viel bewegen, was ich sehr toll finde. Ab und zu machen wir eine Runde, wo ich den Kleinen im Wagen habe und die Grosse mit dem Laufrad mitkommt. Für mich ist es dann ein Walking gemixt mit easy Jogging. Irgendwann legen wir dann meistens eine Snack- und Spielpause ein, wo ich je nachdem noch ein paar Übungen mache. Und so findet sich oft im Alltag mit den Kindern eine Gelegenheit, Bewegung einzubauen. Wenn ich das vorhabe, ziehe ich morgens bereits alltagstaugliche Sportkleider (Tights, Shirt) an, das erinnert mich wieder daran.

★Sport mit Kinderwagen

Der tägliche Spaziergang an der frischen Luft kann ab und zu auch sportlich ausfallen. So habe ich die Tage, wo Missy in der Kita war, den Spaziergang laufend mit einem entsprechenden Kinderwagen zurückgelegt oder habe das schlafende Kind neben mir parkiert und ein paar Übungen draussen an der frischen Luft gemacht.

Hier gibt es eine kurze Workout Inspiration im Wald und viele Ideen für ein Workout mit Kinderwagen gibt es hier.

★Sport mit Tragevorrichtung

Und wenn das Kind nicht gerne im Kinderwagen ist oder die Mama lieber trägt, geht Bewegung natürlich auch so. Walking und Nordic-Walking sowie auch Wanderungen eignen sich sehr gut mit einem Kind vorne oder auch auf dem Rücken. Ebenso können Arme und Beine so stehend mit Extragewicht gut trainiert werden: Squats, Ab- und Adduktoren (Bein seitlich weg- und wieder zurück führen), Gesäss (Bein nach hinten führen), Arme Bizeps und Trizeps mit kleiner Hantel oder Wasserflaschen, Arme seitlich gestreckt nach oben führen und wieder zurück, Arme auf Schulterhöhe gestreckt stehen lassen und kreisen (variieren mit grossen und kleinen Kreisen). So als kleine Workout Inspiration…

★Kurze Workouts

Seit ich Mum of two bin, bin ich ein grosser Fan von kurzen Workouts (während dem Mittagsschlaf der Kinder, abends oder eben auch mit den Kindern). Manchmal reicht einfach die Zeit kaum oder ich bin einfach zu müde für eine lange Trainingseinheit. Dann mache ich 15-20′ Workouts und manchmal reicht dann die Zeit überraschenderweise doch, um sie spontan auszubauen. Oft konzentriere ich mich dann einfach auf Beine, Arme oder Rumpf. Gerade auf den Beckenboden und die Korsettmuskeln richte ich den Fokus sehr gerne, weil eben eine stabile Mitte zentral ist, besonders auch nach einer Geburt.

★Wenn die Kinder schlafen

Solche Workouts (siehe oben) sind ideal, wenn die Kinder schlafen. Bei meiner ersten Tochter habe ich den Mittagsschlaf immer voll ausgekostet, Sport gemacht und viele Sachen erledigt. „Schlaf, wenn dein Kind schläft“ funktionierte für mich dazumal überhaupt nicht. Jetzt mit zwei Kindern lege ich mich meistens mit beiden sehr gerne hin und schlafe natürlich auch ein. Ich finde es einerseits sehr schön und ein Powernap tut auch sehr gut. Und manchmal reicht es dann eben nach der Erholung auch noch für ein kurzes Workout. Wobei das Timing mit dem gemeinsamen Mittagsschlaf natürlich auch nicht immer aufgeht…

★Wenn der Rest der Familie mit dem Auto fährt 

An Wochenenden kann es schon Mal vorkommen, dass ich den Weg zu einem Ausflugsziel mit dem Rad (geht auch laufend) zurücklege, während der Rest der Familie mit dem Auto fährt. So verpasse ich keine Familienzeit, was mir auch wichtig ist. So ein Weg kann natürlich auch als ganze Familie mit dem Rad und Anhänger (steht bei uns auf der Anschaffungsliste) zurückgelegt werden.

★Bewusst Auszeiten nehmen für Sport

Seit ich Zweifachmama bin, ist das für mich noch wichtiger, zugleich aber auch eine grössere Herausforderung, weil es eben zwei Kinder sind. Dennoch gibt es ab und zu ein gutes Zeitfenster und ich finde es sehr wichtig, dass man sich als Paar diese Auszeiten gibt. Meine werden dann oft in Sport draussen investiert. So eine Stunde für sich am Morgen (selten bei mir), abends oder am Wochenende tut immer gut und obwohl ich beim Training Energie verbrauche, komme ich meistens voller Energie und vor allem ausgeglichen zurück.

★Planung und Flexibilität

Das schliesst sich bei mir nicht aus. Meistens überlege ich mir am Sonntag Abend, was ich wann sportlich so in die Woche packen will und erstelle mir einen groben Plan. Dennoch braucht es mit Kindern viel Flexibilität. Denn es ist auch ok, wenn es Tage gibt, wo das Training abgebrochen wird oder ins Wasser fällt. Sport und Bewegung sollen schliesslich Freude bereiten und nicht ein Muss auf einer To-do-Liste sein. So bin ich bis jetzt sehr gut gefahren seit ich Mama bin und behaupte sogar, dass der kleine Baby Boy mich diesbezüglich nochmals etwas entspannt hat.

Welches sind deine Tipps für einen bewegten Alltag mit Kindern?

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Bilder ©www.sportymum.net

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