Wettkampf ahoi

Oder auch nicht. Mindestens nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Denn eigentlich war da ein bestimmter Halbmarathon für diesen Herbst in meinem Hinterkopf. Eigentlich – doch dafür fehlt im Moment die Energie. Ob sie wohl für den anstelle geplanten 10 Kilometer Lauf reichen wird?

Irgendwie kann ich es nicht lassen. Immer wieder packt sie mich: die Lust auf ein neues sportliches Ziel in Form eines Wettkampfes. Auch noch mit zwei Kindern. Nur hat sich im Moment mein Fokus etwas geändert. Und das ist ok. 

Keine Vergleiche

Nicht mit anderen und erst recht nicht mit mir selber – das muss ich mir im Moment auch sagen. Nach meiner ersten Schwangerschaft fiel es mir relativ einfach, Ziele zu verfolgen und mich entsprechend meinen Vorstellungen auf einen Wettkampf vorzubereiten. Etwas anders sieht es aktuell nach der zweiten Geburt aus. Nicht unbedingt körperlich, eher energietechnisch und vor allem zeitmässig.

Du kannst nicht alles haben – oder definitiv nicht überall Vollgas geben: Familie, Paarzeit, Job, Sport, soziales Umfeld und obendrauf noch Wettkampfambitionen wie zu Ohne-Kinder-Zeiten. DAS geht nicht. Vielleicht halbwegs mit einem Kind. Aber definitiv nicht mehr mit zwei. So meine persönliche Erfahrung und ein Stück weit auch Einsicht.

Nach der ersten Schwangerschaft habe ich mich viel mehr damit auseinandergesetzt, ob mein Körper wieder bereit für einen Wettkampf ist und was ich ihm wann nach der Geburt zumuten kann. Ich bin dazumal mit einem zehn Kilometer Lauf wieder eingestiegen und habe anschliessend für einen Halbmarathon trainiert. Diesen bin ich sieben Monate nach der Geburt von Missy gelaufen.

Jetzt ist der Kleine bereits acht Monate alt. Und eigentlich habe ich mir ausgemalt, dass ich Ende Oktober einen Halbmarathon laufen werde. Aber ich bin nicht ready dafür und mir war die letzten Wochen nicht nach Halbmarathontraining. Nicht weil ich es meinem postnatalen Körper nicht zutrauen würde, aber ich will die Zweifachmama nicht an ihre Grenzen bringen. Deshalb siegt hier für einmal die Vernunft: Statt für den Halbmarathon habe ich mich für den 10 Kilometer Lauf am SwissCityMarathon in Luzern angemeldet. Und ich freue mich sehr, wieder dort zu starten, wo ich letztes Jahr mit der Kugel gelaufen bin.

Und warum lass ich es nicht einfach sein? Weil mich solche Ziele auch immer motivieren und ich einfach Spass habe.

Wettkämpfe nach der Schwangerschaft

 

Laufen_nach_Schwangerschaft

Aber wann kann Mama eigentlich nach einer Geburt wieder ihre Wettkampfschuhe schnüren? Das lässt sich definitiv nicht so einfach beantworten und erst recht nicht in einer konkreten Zahl. Genauso wie der Laufeinstieg ist das sehr individuell und abhängig von verschiedenen Faktoren. Ich kann hier lediglich von meinen persönlichen Erfahrungen nach meiner zweiten Geburt berichten.

Nach vier Monaten bin ich bei einem lokalen fünf Kilometer Lauf gestartet und habe damit sozusagen mein erstes Intervalltraining absolviert. Ob das vernünftig war? Wohl eher nicht. Nicht weil die Distanz ein Problem war oder ich körperliche Probleme von der Geburt hatte. Sondern weil ich dann trotz fehlendem Training „tutti“ losgelaufen bin, obwohl mir eigentlich das Training dazu gefehlt hat.

Etwas strukturierter (so gut das klappt mit zwei Kindern!) bin ich das Training für den Duathlon anfangs September angegangen. Der Duathlon machte Spass, aber mit einer Wettkampfdauer um die drei Stunden war ich energiemässig eher am Limit. Denn im Training war ich nie so lange unterwegs und das Stillen ist hier wohl auch nicht zu unterschätzen.

Rennrad

Mein Training für den 10 Kilometer Lauf

Die letzten Wochen waren ziemlich ausgefüllt mit dem Wiedereinstieg bei der Arbeit und unserem Umzug in die eigene Wohnung. Eigentlich sehr schön, aber auch intensiv. In dieser Zeit habe ich das Training ganz hinten angestellt, weil erstens die Zeit fehlte und zweitens auch die Energie.

Bis auf zwei Wochen konnte ich aber meistens drei Lauftrainings (oft eher kurz, weil in der Mittagspause bei der Arbeit) in meine Woche packen. Meistens laufe ich zweimal einen Dauerlauf (einer eher flach, einer eher coupiert) und einmal ein Intervall oder Tempotraining. Da ich wenig Zeit für die Lauftrainings habe, ist mir die Qualität sehr wichtig. Zusätzlich versuche ich, immer wieder ein Workout zu machen. Weil eine starke Mitte eigentlich für alle Läufer und ganz besonders für Frauen nach Schwangerschaften besonders wichtig ist. Nur 10 Minuten täglich sind besser als gar nichts.

Nach wie vor führe ich mein SPORTTAGEBUCH POSTPARTUM, falls sich jemand für meine Trainingsdetails interessiert.

Und jetzt freue ich mich auf den Sonntag und sage mir: Plan B statt A ist auch ok, flexibel bleiben, laufen kann man auch mit wenig Schlaf, den Fokus auf Spass und nicht auf die Leistung richten (d.h. Start ohne Uhr), und bitte keine Vergleiche!

Keep on moving…

Wettkampf_nach_Geburt

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Bilder ©www.sportymum.net

 

 

2 Gedanken zu „Wettkampf ahoi

    1. Hallo Stefan
      Vielen herzlichen Dank! Den hatte ich tatsächlich. Immer wieder schön, in Luzern zu laufen. Hast du selber auch noch was geplant?

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